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Corona und die Psyche unserer Kinder

Studie: Bei vielen Kindern schlägt Corona auf die Psyche

Wie eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt, sind knapp ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie bei fast jedem dritten Kind psychische Auffälligkeiten zu beobachten. Und die Sorgen und Ängste der Kinder nehmen zu. Viele Kinder leiden unter der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Beschränkungen.




Laut einer aktuellen Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), zeigt fast jedes dritte Kind in Deutschland psychische Auffälligkeiten. Wie die Leiterin der Studie, Ulrike Ravens-Sieberer, erklärte, seien depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Bauchschmerzen verstärkt zu beobachten.


Lebensqualität hat sich weiter verschlechtert

Bereits im Frühjahr 2020 hatte das UKE eine sogenannte Copsy-Studie durchgeführt. Schon damals zeigte die Erhebung eine Verschlechterung der Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu der Zeit vor der Corona Krise. Diese Verschlechterung hat sich im Verlauf der zweiten Untersuchung nochmals verstärkt, heißt es vom UKE.

Inzwischen leidet jedes vierte Schulkind unter psychischen Problemen, in jeder Schulklasse sind ein bis zwei Schüler an Depression erkrankt, ebenso viele leiden unter Angststörungen. Laut der COPSY-Studie des Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf zum Thema Folgen der Corona-Pandemie auf die seelische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeigen 33% Hinweise auf eine psychische Belastung, 85% empfinden die Corona-Krise als belastend, 70% leiden unter einer reduzierten Lebensqualität. Fachärzte stellen eine beunruhigende Zunahme von ernsthaften Suizidversuchen

fest.


Auch die Eltern sind am Anschlag

Kinder und Jugendliche würden zudem über mehr Streit mit den Eltern berichten. Die Familien würden sich wirklich große Mühe geben, alles unter einen Hut zu bekommen, sagt Ravens-Sieberer mit Blick auf Homeschooling und Arbeitsbelastung. "Die Eltern sind aber am Anschlag." Sie bräuchten deshalb dringend eine Perspektive und Unterstützung.

Durch Schulschließungen wird auch Gewalt gegen Kinder seltener entdeckt. Es ist schlicht niemand da, dem körperliche oder seelische Wunden auffallen könnten. Das Beratungsangebot „Nummer gegen Kummer“ nennt eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 45% bei Online-Beratungen mit Kindern sowie 116% mehr Eltern-Beratungen. Die BKE Onlineberatung verzeichnet 114% mehr Neuregistrierungen bei Jugendlichen als auch bei betroffenen Eltern (114,8%), 62% mehr Einzelchats mit Kindern und 244% mehr mit Eltern, sowie 31,5% mehr Kinder-Gruppenchats und 239,2% mehr Eltern-Gruppenchats im direkten Vergleich zu 2019.


Die Ergebnisse der JuCo2-Studie der Uni Hildesheim zum Wohlbefinden und den Zukunftsaussichten von Jugendlichen in der Pandemie im zweiten „harten“ Lockdown belegen, dass sich 33% der Jugendlichen einsam fühlen, 20% Angst vor der Zukunft haben und dass sich 60% von von Politiker:innen nicht wahrgenommen fühlen.


Alarmierende Zahlen, die man nicht länger ignorieren sollte.


Das Wegfallen von sozialen Räumen mit den Peers während der Pandemie verändert den Kinder- und Jugendalltag grundlegend. Es nimmt den jungen Menschen auch alltägliche Bewältigungsmöglichkeiten, die für ihre Resilienz und den psycho-sozialen Ausgleich in dieser Lebensphase zentral sind.


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COPSY Studie

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